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Haben Erwerbsarbeitslose viel „Freizeit“? Die Antwort ist nein. Wer nicht mehr zwischen Arbeitszeit und Freizeit, Tätigsein und Muse hin und her wechseln darf, verliert auch „freie Zeit“ im Sinne von Freizeit. Das Tätigsein in selbstbestimmten Projekten dagegen steigert auch wieder den Genuss in der für Erholung und für Privatleben übrig bleibenden Zeit.
Freizeit ist schön, mehr Freizeit besser. Wer aber keiner Arbeit nachgeht und seine Zeit nicht auch für Aktivitäten einsetzt, die über das Konsumieren und Dahinleben von Tag zu Tag hinausgehen, verliert über kurz oder lang im gleichförmigen Alltag auch seine „Freizeit“. Ohne Arbeit zu sein macht auf Dauer mehr Stress und raubt mehr Kraft als so manche Arbeit. Dies belegen Studien zur Lebenssituation von Menschen, die über längere Zeit unfreiwillig aus dem Erwerbsarbeitsprozess herausgefallen sind. Ähnliche Erfahrungen machen Menschen, die zwar pro forma über einen Arbeitsplatz verfügen, dort aber nichts zu tun bekommen, z.B. weil die Firma sie nicht kündigen kann. Dieses Nichtstun – am Anfang vielleicht noch als Privileg begrüßt – wird von den Betroffenen nach kurzer Zeit als extrem zermürbend erlebt. Die Betroffenen entwickeln Stresssymptome, die denen von Personen gleichen, die ständig zu viel zu tun haben.