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Erwerbsarbeitslose werden auf vielfache Weise gesellschaftlich isoliert. Viele haben den Eindruck, mir ihrer unbefriedigenden Situation allein gelassen zu werden. Im Rahmen von „sinnvoll tätig sein“ schließen sich Einzelne zusammen, um gemeinsam etwas zu realisieren. Dies ist auch ein Schritt weg vom passiven „Wartenmüssen“ hin zum Tun. Gemeinsames Engagement und das Zusammenfließen vieler Kräfte wirken der Isolation entgegen.
Warum wirkt sich Erwerbsarbeitslosigkeit langfristig traumatisch aus? Weil sie die Betroffenen isoliert und von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließt. Dies ist ein schleichender Prozess, denn die Ausschließung erfolgt nicht von heute auf morgen. Der Faktor, weniger Geld als andere zu haben, spielt dabei oft gar nicht die wichtigste Rolle. Es gibt äußere und innere Ausschließungsmechanismen: Ein äußerer könnte z. B. sein, dass sich Bekannte und GesprächspartnerInnen verschämt abwenden, wenn sie hören, dass man keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Oder berufliche Sozialkontakte gehen nach und nach verloren. Auch die inneren Ausschließungsmechanismen sind nicht zu unterschätzen. Zermürbend sind auf lange Sicht z. B. Überlegungen, die sich vielen Arbeitslosen aufdrängen: der Verdacht, irgendwie „nicht gut genug“ zu sein; das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden; oder der gegen sich selbst gewendete Vorwurf, „von der Gesellschaft durchgefüttert“ werden zu müssen und selbst „nichts beizutragen“.
Längere Erwerbsarbeitslosigkeit führt in vielen Fällen in eine Abwärtsspirale. Sie entmutigt die Betroffenen und nagt an ihrem Selbstwertgefühl. Den Einzelnen wird suggeriert, sie seien selbst schuld an ihrer Situation. Viele reagieren darauf mit Rückzug und so verstärkt sich wiederum die gesellschaftliche Isolation. Diese Mechanismen zu durchschauen und aktiv dagegen aufzutreten ist wichtig. Die Projekte von „sinnvoll tätig sein“ wirken der Isolation entgegen: Interessierte werden gemeinsam tätig, statt nur auf Jobangebote zu warten. Die gemeinsame Bewältigung von Herausforderungen ist das Gegenteil von Isolation, denn menschliche Arbeit erforderte immer schon die Bündelung einzelner Kräfte. Sie ist Gemeinschaftswerk.