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Beim sinnvoll tätig sein steht die Freude am Engagement und eine neue Befriedigung aus einer Sache ziehen im Vordergrund. Sinnvoll tätig sein fordert heraus und bereichert.
Anders als in so mancher Lohnarbeit, die oft ein wenig widerwillig ausgeübt wird, motiviert bei einem frei gewählten Engagement das Interesse an der Sache selbst. Frithjof Bergmann vergleicht die Erfahrung, die viele Erwerbstätige in ihrem Arbeitsalltag machen, mit einem leichten Schnupfen. Er ist erträglich, der Kranke fühlt sich nur ein wenig behindert durch den Schnupfen, weiß aber, dass es bald vorübergeht: das nächste Wochenende kommt bestimmt. Der nächste Schnupfen aber auch. Ein freiwilliges Engagement dagegen währt so lange, wie man es für sinnvoll hält und sich dafür entscheidet. Es wird um der Sache willen gewählt, sei es die Reparatur eines Fahrrads, das Bestellen eines Gartens, die Betreuung eines alten Menschen, die Organisation eines Festes, der Aufbau einer kleinen Firma, das Einüben eines Stückes, usw. Am Ende steht die Freude über das Getane.
Interessante und aus eigenem Interesse ausgeübte Arbeit ist aus sich selbst heraus bereichernd: Sich auf die „faszinierenden Schwierigkeiten einer Sache“ (Gesine Schwan) einzulassen lässt die Arbeitenden ihre Arbeit als Herausforderung erfahren. Dieses Sich-selbst-Überwinden ist eine wichtige, sehr erfüllende Erfahrung. Für den Philosophen Hegel bildet sich der Mensch in der Geschichte der Zivilisation vor allem durch die Arbeit erst zu sich selbst heraus. Er erfährt Schwierigkeiten und überschreitet in der Bewältigung dieser Arbeit seine bisherigen Grenzen. Eine wirklich interessante Arbeit erfordert Offenheit für Neues.